Christinas Keynote Talks sind inspirierend und bewegend. Sie regen zum Nachdenken und Umdenken an. Wissenschaftliche Fundierung ist Christina dabei ein besonders hohes Anliegen. Dennoch müssen Wissenschaftstalks aus ihrer Sicht keinesfalls trocken und langweilig sein. Christinas Vorträge sind kurzweilig, anschaulich, praxisnah und vor allem eins: lebendig. Zu folgenden Topics hält Christina unter anderem Talks. Da aktuelle Forschung ihre Leidenschaft ist, kommen aber immer wieder neue Themen der Persönlichkeits- und Sozialpsychologie dazu.
Bühne frei für Persönlichkeit
Persönlichkeitentswicklung durch Bewegung & freien Tanz

„Der Drang zu tanzen, dem ausnahmslos alle Kinder von Zeit zu Zeit verfallen, ist unauslöschbar. Er bleibt wohl bei jedem Menschen das ganze Leben hindurch, von der Wiege bis zur Bahre, konstant, [...] und gibt dem Menschen die Möglichkeit, seine Persönlichkeit zu entwickeln [...]“ (Laban, 1982, S. 119). Schon im Jahr 1948 erkennt und beschreibt Rudolf von Laban in seinem Werk „Modern educational dance“ den positiven Einfluss von Bewegung und Tanz auf das psychische Wohlbefinden und die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Erwachsenen.
Heute, 75 Jahre später, berichten aktuelle Studienergebnisse der KIGGS-Studie des Robert-Koch- Instituts von einem Wandel im Gesundheits- und Krankheitsspektrum von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, der unter anderem mit einer Zunahme psychischer Auffälligkeiten und einer Verschiebung von akuten zu chronischen Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten einhergeht. Bei jedem fünften Kind (20,2 Prozent) zwischen drei und 17 Jahren werden Hinweise auf psychische Störungen festgestellt (Poethko-Müller, Kuntz, Lampert & Neuhauser, 2018). Zudem wird ein signifikanter Trend zu abnehmender körperlicher Aktivität verzeichnet.
„Ich erkannte, dass die Arbeit allein mit Tanz (...) und dem Beibehalten von Choreographie basierend auf künstlerischen Kriterien, viele Dinge veränderte: Die Leute änderten sich, wir erlebten alle Arten von Veränderungen, die nun dokumentiert wurden; Änderungen im Verhalten, Entwicklung der sozialen Fähigkeiten, Integration, Selbstbewusstsein – all diese Dinge, die wir jetzt als selbstverständlich wahrnehmen – mentale, körperliche Gesundheit und bessere persönliche Beziehungen zu den anderen. All diese Dinge, die ich heute kenne, kamen durch den Prozess der Teilnahme an Kunst, am Tanzen und wurden dadurch entdeckt. Und das blieb mir immer erhalten“
Royston Maldoom, 2017
Die rasante Weiterentwicklung von Forschungsmethoden in den letzten Jahrzehnten liefert uns heute beeindruckende wissenschaftliche Evidenz für diese frühe Vision von Rudolf von Laban. Wir finden einen klaren positiven Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und psychischem Wohlbefinden. Heutige sozial- und neurowissenschaftliche Forschungsmethoden zeigen, dass die positive Effekte von Tanz und Bewegung auf das psychische Wohlbefinden nachweislich im emotionalen Erleben, im Verhalten sowie in hormonellen Veränderungen oder gar in Veränderungen der neuronalen Aktivität im Gehirn beobachtet werden können. Dieser Zusammenhang zwischen Körper, Psyche und Emotion wird unter dem Konzept Embodiment zusammengefasst (Storch, Cantieni, Hüther & Tschacher, 2017).
Dennoch berichten viele Jugendliche und Erwachsene auch von frustrierenden Tanz- oder Bewegungserfahrungen. Wir haben das reichhaltige Wissen aus Psychologie, Tanzpädagogik, Tanzwissenschaft und Biopsychologie integriert, um daraus Rahmenbedingungen und didaktische Prinzipien zur Gestaltung Bewegungs- und Tanzpädagogischer Ansätze abzuleiten, die eine Förderung von Resilienz und Persönlichkeitsentwicklung ermöglichen. In zahlreichen Tanzprojekten, Vorträgen, Workshops & individuellen Coachings haben sich diese Prinzipien in der Praxis bewährt und eine erstaunliche Evidenz der Persönlichkeitsentwicklung spürbar gemacht.

Empfohlene Literatur: Breuer, C. (2019) Resilienzförderung durch Bewegung & Freien Tanz - Wie Jugendsozialarbeit & Schule gemeinsam bewegen können. In Gesundheit und Bildungsgerechtigkeit. Impulse zur Resilienzförderung am Lern- & Lebensort Schule. Deutsches Rotes Kreuz e.V., Berlin. Biddle, S. J. & Asare, M. (2011). Physical activity and mental health in children and adolescents: a review of reviews. British journal of sports medicine, 45(11), 886–895. Bungay, H. & Vella-Burrows, T. (2013). The effects of participating in creative activities on the health and well-being of children and young people: a rapid review of the literature. Perspectives in Public Health, 133(1), 44–52. Carney, D. R., Cuddy, A. J. & Yap, A. J. (2010). Power posing: Brief nonverbal displays affect neuroendocrine levels and risk tolerance. Psychological Science, 21(10), 1363–1368. Förster, J. (2003). The influence of approach and avoidance motor actions on food intake. European Journal of Social Psychology, 33(3), 339–350. Laban, v. R. (1982). Der moderne Ausdruckstanz in der Erziehung: eine Einführung in die kreative tänzerische Bewegung als Mittel zur Entfaltung der Persönlichkeit. Noetzel, Heinrichshofen-Bücher. Storch, M., Cantieni, B., Hüther, G. & Tschacher, W. (2017). Embodiment. Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen. Bern: Huber.